Serielles, modulares und systemisches Bauen

Serielles, modulares und systemisches Bauen

Neue Strategien für effiziente Bauprozesse, nachhaltige Gebäude und eine zukunftsfähige Baukultur

Definition serieller, modularer und systemischer Bauweisen (SMSB)

Serielle, modulare und systemische Bauweisen (SMS-Bauweisen) sind grundsätzlich solche, bei denen großteilige Wand-, Decken-, Boden-, Dach-, Fassadenelemente oder raumbildende Module bzw. Raumzellen werkseitig vorgefertigt und auf der Baustelle zusammengefügt oder montiert werden. Die Vorfertigung zeichnet sich durch standardisierte, (teil-)automatisierte und/oder serielle (wiederholbare) Fertigungsschritte aus, die güteüberwacht sind. Sie findet in der Regel gewerkeübergreifend statt. Den Bauweisen liegen digitalisierte und integrierte Planungs- und Fertigungsprozesse zugrunde. Es lassen sich im Neubau sowie der Erweiterung und der Sanierung von bestehenden Gebäuden unter Berücksichtigung von Umfeld- und Umweltbedingungen Effizienz-, Qualitäts-, Nachhaltigkeits- und Kostenpotenziale heben.

Quelle: Runder Tisch „Serielles, modulares und systemisches Bauen“, Bundesstiftung Bauakademie

“In Kontexten überlasteter Wohnungsmärkte demonstriert das serielle, modulare und systemische Bauen, dass beschleunigte Bauprozesse mit hoher architektonischer Qualität kompatibel sind – und sich zugleich von der Monotonie historischer Serienbauweisen abheben.” -Guido Spars

Ansätze und Konzepte

Zukunftorientiertes Bauen

Zukunftsorientiertes Bauen verbindet ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit mit technologischer Innovation. Im Kontext des seriellen, modularen und systemischen Bauens bedeutet dies, Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft und industrielle Prozesse so einzusetzen, dass langlebige, anpassungsfähige und sozial verträgliche Bauwerke entstehen.

Aktuelle Forschung untersucht, wie diese Prinzipien unter unterschiedlichen globalen Rahmenbedingungen wirksam umgesetzt werden können.

 

Prof. Spars und der Runde Tisch der Bauakademie

Runder Tisch „Serielles, modulares und systemisches Bauen“

Video zum Runden Tisch der Bauakademie (Quelle: Bundesstiftung Bauakademie / YouTube)

Der Runde Tisch zum seriellen, modularen und systemischen Bauen wurde unter der Leitung von Prof. Guido Spars, Gründungsdirektor der Bundesstiftung Bauakademie (2021-2025), vom BMWSB ins Leben gerufen, um zentrale Akteure aus Wissenschaft, Bauwirtschaft, Planung, Verwaltung und Politik in einen strukturierten und zielorientierten Dialog zu bringen. Ziel ist es, die Potenziale des industriellen und systemischen Bauens in Deutschland zu analysieren und in konkrete Maßnahmen zur Förderung dieser Bauweisen und zur Überwindung von Hemmnissen zu überführen.

Der Runde Tisch läuft seit September 2023 an der Bundesstiftung Bauakademie und fungiert als interdisziplinäre Plattform, auf der technische Innovationen, organisatorische Strukturen und normative Rahmenbedingungen gemeinsam diskutiert werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die deutsche Bauwirtschaft, die Forschung sowie Politik und Verwaltung die zahlreichen Hemmnisse überwinden können, die einer breiteren Anwendung dieser Bautechnologien bislang im Wege stehen. 

Besonderes Augenmerk liegt auf:

  • der Beseitigung rechtlicher und administrativer Hemmnisse (z.B. Vergaberecht, Zulassungs- und Genehmigungsverfahren)
  • der finanziellen Förderung von seriellen, modularen und systemischen Bauweisen (z.B. Förderprogramme)
  • der Steigerung der Nachfrage nach sms-Gebäuden und Überwindung von Vorurteilen gegenüber diesen Bauweisen
  • der Entwicklung von Best Practice Beispielen für bezahlbaren Wohnungsbau mithilfe der sms-Bauweisen
  • der Entwicklung gemeinsamer Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards für serielle und modulare Bauweisen,
  • der Digitalisierung der Wertschöpfungsketten im Bauwesen (u. a. durch BIM und automatisierte Fertigungsprozesse),
  • der Förderung von Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz,
  • sowie der Stärkung von Aus- und Weiterbildung, um Kompetenzen für neue Planungs- und Produktionsformen zu etablieren.

Durch die enge Verzahnung von Forschung und Praxis trägt der Runde Tisch dazu bei, die Grundlagen für eine neue Baukultur des industriellen Bauens zu schaffen – eine Kultur, die Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und architektonische Qualität als gleichwertige Ziele begreift. Die Ergebnisse dieser Arbeit fließen direkt in aktuelle Forschungsprojekte an Hochschulen, in politische Entscheidungsprozesse sowie in Initiativen der Bauindustrie ein.

Fachbeitrag zur Förderung serieller, modularer und systemischer Bauweisen

Spars, G.; Neitzel, M.: Serielles, modulares und systemisches Bauen (SMSB) – Impulse für den Wohnungsbau in Deutschland.

Der Beitrag ordnet serielle, modulare und systemische Bauweisen im Kontext aktueller Herausforderungen des Wohnungsbaus ein und beleuchtet zentrale Rahmenbedingungen, Potenziale und Hemmnisse. Dabei wird insbesondere die Rolle des Runden Tisches sowie der Beitrag dieser Bauweisen zur Beschleunigung und Qualitätssicherung im Bauprozess diskutiert.

Zum Fachbeitrag

Fachliteratur zum Thema

 

Der Sonderband S7 „BKI Objektdaten“ bietet eine belastbare Datengrundlage für die Bewertung von Bauprojekten im Kontext serieller, modularer und systemischer Bauweisen.
Er ist am Lehrstuhl Ökonomie des Planens und Bauens verfügbar und kann nach Absprache eingesehen werden.

→ Weitere Informationen beim Verlag

Kontakt

Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Guido Spars

Lehr- und Forschungsgebiet
Ökonomie des Planens und Bauens

Pauluskirchstraße 7
42285 Wuppertal

Tel. +49 202 439 - 4323
Fax: +49 202 439 - 4035
E-Mail: spars[at]uni-wuppertal.de

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